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Heizkörper

Heizkörper tauschen lassen: Kosten pro Heizkörper, Ablauf und Dauer

Der alte Heizkörper tropft, wird nicht richtig warm oder soll vor der Wärmepumpe raus? Hier sehen Sie, woraus sich der Preis zusammensetzt, ob der neue an Ihre Rohre passt und wie der Tausch abläuft.

Redaktion Heizungsbauer vor OrtMit KI erstelltStand: September 202618 Min. Lesezeit

Kurz beantwortet

Wenn Sie einen Heizkörper tauschen lassen, zahlen Sie Material plus Arbeit, einen belegten Pauschalpreis pro Stück gibt es nicht. Beispiel: Ein Plattenheizkörper Typ 22 (600 × 1000 mm) hat bei Kermi eine Preisempfehlung von 845,30 € ohne MwSt. (Stand 01/2025), im Handel oft darunter. Die Arbeit hängt vor allem davon ab, ob Ventil und Rücklauf absperrbar sind und der Nabenabstand passt. Absperren, Anschließen und Befüllen übernimmt der Heizungsbauer.

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Heizkörper tauschen: Ein Heizungsbauer greift im Wohnzimmer den alten, cremefarbenen Röhrenheizkörper unter dem Fenster, daneben steht bereits der neue weiße Flachheizkörper, auf dem Parkett liegen Abdeckvlies und Auffangwanne.
Symbolbild, KI-generiert

Einen Heizkörper tauschen zu lassen ist selten ein großes Projekt, aber fast nie nur „abschrauben und dranschrauben“. Ob der Tausch in kurzer Zeit erledigt ist oder die ganze Anlage leer muss, entscheiden die Ventile und die Maße Ihrer Rohre.

Was kostet es, einen Heizkörper tauschen zu lassen?

Die Kosten, einen Heizkörper auszutauschen, setzen sich aus Material und Arbeit zusammen. Für das Material gibt es Herstellerpreise, für die Arbeit keine belastbare Pauschale. Die Tabelle zeigt, welche Bausteine anfallen können (Stand September 2026).

BausteinWas enthalten istPreis oder SpanneQuelle und Stand
Plattenheizkörper Typ 22, 600 × 1000 mmseitlicher Anschluss, Normleistung 1.666 WUVP 845,30 € ohne MwSt. (ca. 1.006 € brutto)Kermi Preisliste I/2025, Preisbasis 01/2025
Plattenheizkörper Typ 33, 600 × 1000 mmseitlicher Anschluss, Normleistung 2.236 WUVP 1.250,20 € ohne MwSt. (ca. 1.488 € brutto)Kermi Preisliste I/2025, Preisbasis 01/2025
Austauschheizkörper Typ 22, 554 × 1000 mmpasst auf den alten Nabenabstand 500 mm, inkl. BefestigungUVP 844,61 € ohne MwSt. (ca. 1.005 € brutto)Kermi Preisliste I/2025, Preisbasis 01/2025
Adapter für abweichenden Nabenabstandgleicht Maßunterschiede aus, 2 Stück pro HeizkörperUVP 28,40 € pro Stück ohne MwSt.Kermi Preisliste I/2025, Preisbasis 01/2025
Absperren oder Entleerennur den Heizkörper oder die ganze Anlagenach Angebotkeine unabhängige Preisquelle
Alten Heizkörper abbauen und entsorgenAbbau, Abtransport, Entsorgungnach Angebotkeine unabhängige Preisquelle
Halter setzen, montieren, anschließenneue Konsolen, Anschlussteile, Verschraubungennach Angebotkeine unabhängige Preisquelle
Thermostatventil erneuernVentilunterteil, bei Bedarf Thermostatkopfnach Angebotkeine unabhängige Preisquelle
Befüllen, Entlüften, Dichtheit prüfenWasser nachfüllen, Luft entfernen, Kontrollenach Angebotkeine unabhängige Preisquelle
Hydraulischer Abgleich Einfamilienhaus (Verfahren B)Berechnung und Einstellung aller Heizkörperca. 650–1.250 €co2online, 2026
Voreinstellbare Ventile im Zuge des AbgleichsNachrüstung im Einfamilienhausca. 275 € zusätzlichco2online, 03/2026

UVP heißt unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers. Im Handel liegen die Preise oft darunter, einen belegten Marktpreis gibt es nicht. Neue Heizkörper kosten also je nach Bauart, Größe und Einkaufsweg sehr unterschiedlich.

Ein Plattenheizkörper Typ 22 in 600 × 1000 mm kostet laut Kermi-Preisliste 845,30 € ohne MwSt. als Listenpreis (Preisbasis Januar 2025). Die Arbeitskosten für den Austausch eines Heizkörpers berechnet der Heizungsbauer nach Aufwand, weil Absperrbarkeit, Anschlussmaße und Anzahl von Haus zu Haus verschieden sind.

Ratgeberportale nennen für den Austausch Werte zwischen 50 und 800 € je Stück, meist ohne zu sagen, was enthalten ist. heizung.de nennt etwa 50 bis 150 € für die Montage (08/2026), energis 350 bis 500 € inklusive Material (ohne Datum). Vergleichen Sie deshalb nicht Endsummen, sondern die Bausteine aus der Tabelle.

Bei mehreren Heizkörpern sinkt der Preis je Stück. Anfahrt, Entleeren und Befüllen der Anlage und der Abgleich fallen nur einmal an.

Was den Preis pro Heizkörper nach oben treibt

Die Kosten, einen Heizkörper zu wechseln, steigen vor allem in diesen Fällen:

  • Anschluss passt nicht: anderer Nabenabstand, andere Anschlussseite oder Wechsel von seitlich auf unten. Dann werden Adapter oder neue Rohrstücke nötig.
  • Nicht absperrbar: Ventil oder Rücklaufverschraubung (die Armatur am Rücklaufanschluss des Heizkörpers) schließen nicht oder sitzen fest. Dann muss ein Strang oder die ganze Anlage leer.
  • Sondermaß oder Design: Sondergrößen, Röhren- und Designheizkörper kosten oft mehr als ein Plattenheizkörper in Standardgröße.
  • Neue Ventile: alte Ventilunterteile ohne Voreinstellung werden gleich mit erneuert.
  • Wand und Nische: Leichtbauwände brauchen passende Befestigungen, Typ 33 ist deutlich schwerer als Typ 22.
  • Schwere Altheizkörper: Große Gussradiatoren machen Abbau und Abtransport aufwendiger.
  • Einzelauftrag: Anfahrt und Entleeren verteilen sich nur auf einen Heizkörper.

Alte Heizkörper austauschen: Wann lohnt es sich?

Alte Heizkörper auszutauschen lohnt sich in diesen Fällen:

  • Undicht oder rostig: Tropft der Heizkörper oder blüht Rost an den Nähten auf, ist der Tausch meist die sichere Lösung.
  • Zu wenig Leistung: Der Raum wird bei voll geöffnetem Ventil nicht warm, obwohl die Heizung sonst funktioniert und entlüftet ist.
  • Wärmepumpe geplant: Einzelne Heizkörper schaffen die niedrigere Vorlauftemperatur nicht (siehe nächster Abschnitt).
  • Renovierung oder Umbau: Der Heizkörper sitzt im Weg, passt nicht unter das neue Fenster oder soll an eine andere Wand.

Nicht lohnend ist der Tausch, wenn der Heizkörper dicht ist und den Raum auch bei der geplanten Vorlauftemperatur warm bekommt. Stört nur die Optik, reicht oft ein neuer Anstrich mit Heizkörperlack.

Sind neue Heizkörper sparsamer als alte?

Nicht von selbst. Der Heizkörper selbst verbraucht keine Energie, er gibt die Wärme ab, die Kessel oder Wärmepumpe liefern. Für die Aussage „ein neuer Heizkörper spart x Prozent“ gibt es keine unabhängige Quelle. Hersteller nennen zwar Prozentwerte für einzelne Produkte, aber ohne klare Bezugsbasis.

Sparen lässt sich über zwei Wege. Erstens über eine niedrigere Vorlauftemperatur: Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das zum Heizkörper fließt. Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je niedriger sie sein kann.

Zweitens über einen hydraulischen Abgleich, bei dem jeder Heizkörper genau die Wassermenge bekommt, die er braucht.

Ein größerer Heizkörper kann beides möglich machen. Der Tausch ist also ein Mittel zum Sparen, nicht die Ersparnis selbst.

Ein angenommenes Beispiel: In einem Einfamilienhaus von 1975 mit Gaskessel wird das Wohnzimmer als einziger Raum nicht warm, wenn die Vorlauftemperatur sinkt. Hier kann ein Tausch genau dieses einen Heizkörpers mehr bringen als neue Heizkörper im ganzen Haus.

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Heizkörper für die Wärmepumpe: Reicht der alte noch?

Ein Heizkörper leistet bei niedriger Vorlauftemperatur deutlich weniger als auf dem Datenblatt. Die Normleistung gilt für 75/65/20 °C (Vorlauf/Rücklauf/Raum, DIN EN 442). Kompaktheizkörper liefern laut Purmo-Faktortabelle bei 55/45 °C nur noch rund 51 %, bei 45/35 °C rund 30 % dieser Leistung.

Systemtemperatur (Vorlauf/Rücklauf, Raum 20 °C)Anteil an der Normleistung (Kompaktheizkörper, n ≈ 1,3)Beispiel Typ 22, 600 × 1000 mm (Norm 1.666 W)
75/65 °C100 %1.666 W
55/45 °Cca. 51 %854 W (Herstellerwert Kermi)
50/40 °Cca. 40 %ca. 670 W (Rechenwert)
45/35 °Cca. 30 %ca. 500 W (Rechenwert)
35/30 °Cca. 16 %ca. 270 W (Rechenwert)

Die Faktoren gelten nur für Kompaktheizkörper, bei denen der Heizkörperexponent n um 1,3 liegt (Purmo, Technische Spezifikation 1-2021). Bad- und Gussheizkörper weichen ab. Die Rechenwerte sind eigene Umrechnungen mit diesen Faktoren, verbindlich ist das Datenblatt.

Das heißt nicht, dass alle Heizkörper raus müssen. Laut Verbraucherzentrale (Stand 03/2026) schließen Heizkörper den Betrieb einer Wärmepumpe nicht aus, in einigen Fällen reicht es, einzelne zu kleine zu tauschen. Der VdZ empfiehlt, die Räume mit dem höchsten Temperaturbedarf zu suchen und gezielt dort zu tauschen.

Wie der Rest der Umstellung abläuft, lesen Sie beim Ablauf beim Einbau einer Wärmepumpe. Wer ohnehin den Boden erneuert, kann alternativ eine Fußbodenheizung nachrüsten.

Passt der neue Heizkörper an die alten Rohre?

Ja, wenn Nabenabstand und Anschlussart übereinstimmen. Der Nabenabstand ist der Abstand von der Mitte des einen Anschlusses zur Mitte des anderen. Prüfen Sie vor dem Kauf diese Punkte:

  • Nabenabstand: Mitte zu Mitte der beiden Anschlüsse messen. Alte DIN-Radiatoren haben oft 500 mm (Bauhöhe 580 oder 600 mm) oder 900 mm (Bauhöhe 980 oder 1000 mm).
  • Anschlussart: seitlich am Heizkörper oder unten (Ventilheizkörper, bei Kermi 50 mm Abstand zwischen Vor- und Rücklauf)?
  • Anschlussseite: Wo sitzen Thermostatventil und Rücklaufverschraubung, links oder rechts?
  • Bauhöhe und Baulänge: Passt der neue unter die Fensterbank und in die Nische?
  • Bautiefe: Wie weit ragt der neue in den Raum? Maß aus dem Datenblatt mit dem Platz vor der Wand vergleichen.
  • Leistung: Nicht nach Größe, sondern nach Wärmeleistung bei Ihrer Vorlauftemperatur auswählen.
  • Wand: Mauerwerk, Gipskarton oder Porenbeton? Davon hängt die Befestigung ab.
  • Fotos: Ventile und Verschraubungen fotografieren, daran erkennt der Betrieb Hersteller und Absperrbarkeit.
Handwerker kniet auf dem Holzboden und misst mit einem gelben Maßband den Abstand zwischen Thermostatventil und Rücklaufverschraubung eines abgebauten Heizkörpers, darüber zwei alte Wandhalterungen
Symbolbild, KI-generiert: Nach dem Abbau des alten Heizkörpers wird der Abstand zwischen Vor- und Rücklaufanschluss gemessen, denn davon hängt ab, ob der neue Heizkörper ohne Umbau der Rohre passt.

Achtung bei Faustformeln aus dem Netz. „Bauhöhe minus 54 mm“ für den Anschlussabstand gilt für die Kermi-Profil-Heizkörper, bei Kermis Plan-Modellen sind es 59 mm. Andere Hersteller haben eigene Maße, maßgeblich ist das Datenblatt.

Gleich groß heißt nicht gleich stark. Das zeigt ein Beispiel aus der Kermi-Preisliste: Ein alter DIN-Stahlradiator mit 600 mm Bauhöhe, 160 mm Tiefe und 20 Gliedern leistet rund 1.260 W bei 70/55 °C. Ersetzt wird er laut Hersteller durch einen Austauschheizkörper Typ 22 in 554 × 1000 mm mit 1.257 W.

Kermi nennt diese Auswahl selbst ein Näherungsverfahren, weil alte Radiatorwerte nach einer älteren Norm (DIN 4703) gemessen sind. Ein gleich großer einlagiger Flachheizkörper (Typ 11) reicht dann oft nicht.

Wenn die Maße nicht passen, gibt es drei Wege:

LösungWann sie passtAufwand
Austauschheizkörperalter DIN-Radiator mit 500 oder 900 mm Nabenabstand; Kermi-Austauschbauhöhen 554 und 954 mm treffen genau diese Maßegering, Rohre bleiben, wie sie sind
Adapter oder Anschlussverschraubungkleine Abweichung beim Nabenabstand oder andere Ventilbaulänge; IMI-Ausgleichsverschraubungen sind bis 35 mm verschiebbargering bis mittel, Teile nach Datenblatt
Rohre umlegenandere Anschlussseite, Wechsel zwischen seitlich und unten, neuer Standorthoch, oft Wand oder Boden betroffen

Badheizkörper haben häufig eigene Anschlussarten, etwa einen Mittelanschluss mit Hahnblock. Dazu mehr unter Badheizkörper anschließen lassen.

Heizkörper austauschen ohne Wasser ablassen: Geht das?

Teilweise: Das Wasser im Heizkörper selbst muss immer raus. Die übrige Anlage kann gefüllt bleiben, wenn Thermostatventil und Rücklaufverschraubung dicht absperrbar sind. Dann entleert der Heizungsbauer nur diesen einen Heizkörper, die anderen heizen weiter. Lässt sich nicht absperren, muss ein Strang oder die Anlage leer, oder der Betrieb friert das Rohr ein.

FallWas passiertFolge für Aufwand und Kosten
1. Vor- und Rücklauf absperrbarVorlaufventil wird geschlossen, der Thermostatkopf gegen eine Bauschutzkappe (Kappe, mit der das Ventil ohne Kopf geschlossen wird) getauscht, der Rücklauf abgesperrt. Nur der Heizkörper wird entleert, die übrige Anlage läuft weiter (IMI Heimeier, Regulux).geringster Aufwand, kein Befüllen der ganzen Anlage
2. Nicht absperrbar, festsitzend oder undichtEin Strang oder die Anlage wird entleert. Alternativ setzt der Betrieb mit einem Einfriergerät einen Eispfropfen ins Rohr, laut Rothenberger nur an geraden Kupfer- oder Stahlrohren, bei ausgeschalteter Heizung und Pumpe.mehr Aufwand: danach befüllen, entlüften, Druck prüfen
3. EinrohrheizungVor- und Rücklauf führen zu einer gemeinsamen Armatur, alle Heizkörper hängen an einem Ring.Sonderfall: Armatur und Einstellung müssen zum neuen Heizkörper passen

Ein auf „0“ gedrehter Thermostatkopf ist kein Absperren. IMI verlangt ausdrücklich, den Kopf gegen die Bauschutzkappe zu tauschen und das Ventil damit zu schließen. In der Praxis öffnen viele Köpfe in der Frostschutzstellung wieder.

Alte Rücklaufverschraubungen schließen oft nicht mehr dicht oder sitzen fest. Das zeigt sich erst beim Termin. Mehrschichtverbundrohr ist in der Rothenberger-Anleitung zum Einfrieren nicht vorgesehen. Hier geht es nur, wenn der Gerätehersteller das Rohr ausdrücklich zulässt.

Die Einrohrheizung ist eine Heizung, bei der das Heizwasser in einem Ring nacheinander an allen Heizkörpern vorbeifließt. Sie erkennen sie daran, dass Vor- und Rücklauf zu einer gemeinsamen Armatur geführt sind (co2online). Jeder Heizkörper bekommt über diese Armatur einen festen Anteil.

Ein neuer, größerer Heizkörper verändert die Verteilung im ganzen Ring. IMI schreibt dafür spezielle Ventilunterteile in Schwerkraftausführung vor. Ein normales voreinstellbares Ventil drosselt den Heizkörper.

So läuft der Heizkörpertausch ab

Wer einen Heizkörper wechseln lässt, erlebt in der Regel diese acht Schritte:

  1. Fotos und Maße: Sie schicken Fotos der Ventile und Anschlüsse, dazu Nabenabstand, Bauhöhe, Baulänge und Tiefe des alten Heizkörpers.
  2. Vor-Ort-Check oder Angebot: Der Betrieb prüft, ob abgesperrt werden kann und der Anschluss passt, und nennt den Preis.
  3. Heizkörper auswählen: nach Wärmeleistung bei Ihrer Vorlauftemperatur, Maß und Anschlussart. Bei geplanter Wärmepumpe mit der Leistung bei 55/45 °C oder niedriger rechnen.
  4. Absperren oder Entleeren: nur der Heizkörper, ein Strang oder die ganze Anlage, je nach Fall aus dem Abschnitt oben.
  5. Alten Heizkörper abbauen: Verschraubungen lösen, Heizkörper aus den Haltern heben, Restwasser auffangen, Abtransport.
  6. Neuen Heizkörper montieren: Halter setzen, Heizkörper einhängen, Anschlüsse herstellen, bei Bedarf mit Adaptern oder neuen Ventilen.
  7. Befüllen, entlüften, Dichtheit prüfen: mit Heizungswasser nach VDI 2035 bzw. Vorgabe des Kessel- oder Wärmepumpenherstellers.
  8. Voreinstellen: Das Ventil wird passend zur Heizlast des Raums eingestellt, bei mehreren neuen Heizkörpern gehört ein hydraulischer Abgleich dazu.

Wie lange das dauert, hängt vor allem von Schritt 4 und vom Anschluss ab. Ein absperrbarer Heizkörper mit passenden Maßen ist deutlich schneller getauscht als einer, für den die Anlage leer muss oder Rohre umgelegt werden. Eine belastbare Stundenzahl von Herstellern oder Verbraucherzentralen gibt es dafür nicht.

Schritt 8 wird oft vergessen. Ein neuer Heizkörper hat einen anderen Wasserwiderstand als der alte. Ohne passende Voreinstellung wird er zu heiß oder zu kalt, oder das Ventil rauscht.

Beim Tausch eines einzelnen Heizkörpers reicht meist die Voreinstellung nach der Heizlast des Raums. Die Heizlast ist die Wärmeleistung in Watt, die ein Raum an einem sehr kalten Tag braucht. Bei mehreren neuen Heizkörpern ist ein hydraulischer Abgleich der sinnvollere Weg.

Alten Heizkörper abbauen

Beim Abbau wird der Heizkörper vom Vorlauf und Rücklauf getrennt, entleert und aus den Wandhaltern gehoben. Das Restwasser wird in flachen Gefäßen oder über einen Schlauch aufgefangen. Bleibt die übrige Anlage gefüllt, sichert der Betrieb das Ventilunterteil mit einer Verschlusskappe (IMI Heimeier).

Die Voreinstellung einer Rücklaufverschraubung wie der IMI Regulux bleibt beim Entleeren des Heizkörpers erhalten. Sitzen alte Verschraubungen fest oder schließen sie nicht mehr, ist das der Moment, sie mit zu erneuern.

Neuen Heizkörper montieren und anschließen

Neue Heizkörper haben meist andere Halter als der alte. Die Konsolen werden passend zu Wand, Gewicht und Bautiefe gesetzt. Danach wird der Heizkörper eingehängt und über Thermostatventil und Rücklaufverschraubung angeschlossen.

Am Eurokonus-Anschluss dichtet die Klemmverschraubung am Konus, Hanf ist dort nicht vorgesehen. Mineralölhaltige Schmierstoffe lassen laut IMI die EPDM-Dichtungen aufquellen und in den meisten Fällen ausfallen.

Das Thermostatventil sitzt im Regelfall im Vorlauf. Wo der Vorlauf beim neuen Heizkörper hingehört und in welche Richtung er durchströmt wird, steht im Datenblatt, nicht im Wort „rechts“ oder „links“. In Gipskarton- oder Porenbetonwänden braucht es eine passende Befestigung, sonst helfen Standkonsolen am Boden.

Heizkörper versetzen: Was sich dann ändert

Soll der Heizkörper an eine andere Stelle, reicht ein Tausch nicht mehr. Vor- und Rücklauf müssen verlängert oder neu verlegt werden, oft durch Wand oder Boden. Danach folgen Putz-, Maler- oder Bodenarbeiten, eventuell durch weitere Gewerke. Die Kosten sind deutlich höher und nur nach Angebot seriös zu nennen.

Planen Sie das Versetzen deshalb in dieselbe Phase wie Putz-, Maler- oder Bodenarbeiten. Lassen Sie sich im Angebot Rohrarbeiten und Nebenarbeiten getrennt ausweisen.

Heizkörper selbst tauschen? Was Sie machen können und was der Fachbetrieb übernimmt

Vorbereiten ja, anschließen nein. Maße nehmen, Ventile fotografieren, den neuen Heizkörper aussuchen und Platz schaffen können Sie selbst. Absperren oder Entleeren, das Lösen und Anschließen der Verschraubungen, Befüllen, Entlüften und Voreinstellen sind Arbeiten am Heizkreis unter Druck und gehören zum Heizungsbauer. Wenig Aufwand für den Betrieb ist der Tausch, wenn Nabenabstand und Anschlussart passen und Vor- und Rücklauf absperrbar sind.

Manche Anleitungen im Netz empfehlen Laien, Verschraubungen mit der Rohrzange zu lösen und Gewinde mit Hanf oder Dichtpaste abzudichten. Das übernehmen wir nicht. Wer den Heizkreis öffnet, arbeitet an einer Anlage mit Wasser unter Druck. An der üblichen Eurokonus-Klemmverschraubung ist Hanf gar nicht vorgesehen, und öl- oder fetthaltige Mittel können die Dichtungen zerstören.

AufgabeSie selbstHeizungsbauer
Maße nehmen (Nabenabstand, Bauhöhe, Baulänge, Tiefe)japrüft nach
Fotos von Ventilen und Anschlüssenjawertet aus
Heizkörper aussuchen, Datenblatt bereithaltenjaprüft Leistung und Anschluss
Platz freiräumen, Boden abdeckenja
Heizkörper absperren oder Anlage entleerenja
Rohreinfrierenja
Alten Heizkörper lösen, neuen anschließenja
Rohre anpassen oder umlegenja
Befüllen, entlüften, Dichtheit prüfenja
Ventil voreinstellen, hydraulischer Abgleichja

Haben Sie den neuen Heizkörper schon gekauft? Das ist kein Problem, viele Betriebe montieren mitgebrachte Heizkörper. Schicken Sie vorab das Datenblatt mit Anschlussmaß und Wärmeleistung mit. So klärt der Betrieb vor dem Termin, ob Anschluss, Halter und Leistung passen, und bringt fehlende Teile gleich mit.

Heizkörper tauschen: Welche Förderung gibt es 2026?

Eine Förderung für den Heizkörpertausch gibt es auf zwei Wegen, dazu kommen Steuervorteile (Stand September 2026):

WegWann er passtBedingungenFörderung
Mit neuer Wärmepumpe (KfW 458)Heizkörper werden zusammen mit dem Einbau einer Wärmepumpe getauschtHeizkörper in jeder Bauart als Nebenmaßnahme, keine 55-°C-Grenze; förderfähige Kosten zusammen mit der Wärmepumpe höchstens 28.000 € für die erste Wohnung30 % Grundförderung, ggf. Boni, zusammen höchstens 70 % (80 % nur bei niedrigem Einkommen); Sätze und Höchstbetrag ändern sich ab 2027
Ohne neue Heizung (BAFA Heizungsoptimierung)Heizkörpertausch als Optimierung der vorhandenen AnlageTausch gegen Niedertemperaturheizkörper (Vorlauf höchstens 55 °C), hydraulischer Abgleich nach Verfahren B, Investition ab 300 € brutto, Anlage älter als 2 Jahre, fossile Anlage höchstens 20 Jahre alt, höchstens fünf Wohnungen15 % der förderfähigen Kosten
Steuer: § 35c EStGselbst bewohntes eigenes Gebäude, älter als 10 Jahre, statt ZuschussNiedertemperaturheizkörper (bis 55 °C) als Heizungsoptimierung, Anlage älter als 2 Jahre, hydraulisch abgeglichene Anlage (sonst Abgleich nach Verfahren B für die ganze Anlage), ausgeführt von einem Fachunternehmen mit Bescheinigung20 % verteilt auf 3 Jahre (7 %, 7 %, 6 %), höchstens 40.000 € je Objekt
Steuer: § 35a EStGeinzelner Tausch ohne Förderungnur Arbeitskosten, nicht für öffentlich geförderte Maßnahmen20 % der Arbeitskosten, Steuerermäßigung bis höchstens 1.200 €

Die Zuschüsse sind an eine Reihenfolge gebunden. Erst unterschreiben Sie einen Vertrag mit Förder-Vorbehalt, also einer Bedingung, dass er nur bei Zusage gilt. Dann folgt der Antrag, erst danach beginnen die Arbeiten. Ein Vertrag ohne diese Bedingung gilt schon als Beginn des Vorhabens.

Ist Ihre Anlage bereits nach Verfahren B abgeglichen, verlangt das BAFA keinen neuen Abgleich. Welcher Nachweis dafür genügt, klären Sie vorab mit dem Fachbetrieb oder einem Energieberater.

Ein einzelner Heizkörper, der „nebenbei“ getauscht wird, erfüllt die Zuschussbedingungen meist nicht. Dann bleibt in der Regel der Handwerkerbonus nach § 35a EStG. Wer den Wechsel des Wärmeerzeugers plant, findet die Zahlen dazu unter Kosten einer neuen Heizung.

Wann der Heizungsbauer ran sollte

Holen Sie einen Heizungsbauer, wenn Sie eines dieser Zeichen bemerken:

  • Der alte Heizkörper oder eine Verschraubung tropft, rostet oder ist feucht.
  • Thermostatventil oder Rücklaufverschraubung lassen sich nicht schließen oder sitzen fest.
  • Der neue Heizkörper hat einen anderen Nabenabstand oder eine andere Anschlussart als der alte.
  • Sie haben eine Einrohrheizung oder wissen nicht, welches System Sie haben.
  • Nach einem Tausch werden Räume ungleich warm oder es rauscht: Voreinstellung oder Abgleich fehlen.

Selbst erledigen können Sie Maße, Fotos, die Auswahl des Heizkörpers und das Freiräumen. Absperren, Entleeren, Einfrieren, Anschließen, Befüllen und Entlüften sind Arbeiten am geschlossenen Heizkreis unter Druck und gehören in die Hand des Heizungsbauers.

Einen Betrieb finden Sie unter Heizungsbauer in Ihrer Nähe, weiteres Wissen im Themenbereich Heizkörper.

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Angebot prüfen: Das gehört bei einem Heizkörpertausch hinein

Was es kostet, einen Heizkörper tauschen zu lassen, können Sie nur vergleichen, wenn alle Angebote dieselben Posten enthalten. Prüfen Sie diese Punkte:

  • Heizkörper mit Typ, Maß und Wärmeleistung bei Ihrer Vorlauftemperatur, nicht nur bei 75/65 °C
  • Absperren nur des Heizkörpers oder Entleeren der Anlage, klar benannt
  • Abbau und Entsorgung des alten Heizkörpers
  • Halter und Befestigung passend zur Wand
  • Anschlussteile, Adapter oder Rohranpassung
  • Thermostatventil und Rücklaufverschraubung: bleiben oder neu?
  • Befüllen, Entlüften und Dichtheitsprüfung
  • Voreinstellung des Ventils oder hydraulischer Abgleich
  • Anfahrt und Arbeitszeit, getrennt vom Material ausgewiesen (wichtig für § 35a EStG)

Fehlt ein Posten, fragen Sie nach. So erkennen Sie, ob ein günstiges Angebot nur günstiger aussieht, weil zum Beispiel Befüllen oder Voreinstellung nicht enthalten sind.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Tausch eines Heizkörpers?

Eine belastbare Zeitangabe von Herstellern oder Verbraucherzentralen gibt es nicht. Die Dauer hängt von drei Fragen ab: Lässt sich der Heizkörper einzeln absperren, passt der Anschluss ohne Umbau, und wie viele Heizkörper kommen dran? Muss die ganze Anlage entleert, wieder befüllt und entlüftet werden oder müssen Rohre umgelegt werden, dauert es deutlich länger. Den Zeitbedarf nennt Ihnen der Betrieb nach dem Blick auf Fotos oder vor Ort.

Sind alte Heizkörper Energiefresser?

Der Heizkörper selbst verbraucht keine Energie, er gibt nur die Wärme ab, die die Heizung liefert. Für die Aussage, dass ein neuer Heizkörper allein einen bestimmten Prozentsatz spart, gibt es keine unabhängige Quelle. Sparen lässt sich über eine niedrigere Vorlauftemperatur und einen hydraulischen Abgleich. Ein größerer oder besser passender Heizkörper kann beides möglich machen.

Muss der Vermieter alte Heizkörper austauschen?

In der Regel dann, wenn sie ihren Zweck nicht mehr erfüllen. Nach § 535 BGB muss der Vermieter die Wohnung in einem gebrauchsfähigen Zustand erhalten, etwa wenn ein Heizkörper undicht ist oder der Raum nicht warm wird. Einen Anspruch auf neue Heizkörper nur wegen Alter oder Optik nennt das Gesetz nicht. Alte Handventile ohne selbsttätige Regelung muss der Eigentümer nach § 63 GModG durch Thermostatventile ersetzen. Im Einzelfall hilft der Mieterverein.

Ist nach dem Heizkörpertausch ein hydraulischer Abgleich nötig?

Gesetzlich verlangt § 60c GModG den Abgleich nur nach dem Einbau einer Heizungsanlage in Gebäuden ab sechs Wohnungen. Fachlich braucht ein neuer Heizkörper aber mindestens eine passende Voreinstellung am Ventil, sonst wird er zu warm, zu kalt oder rauscht. Werden mehrere Heizkörper getauscht, ist ein Abgleich fachlich sinnvoll. Für BAFA-Zuschuss und Steuerbonus nach § 35c EStG ist er Bedingung (Verfahren B, ganze Anlage), sofern die Anlage nicht schon abgeglichen ist.

Braucht der neue Heizkörper ein neues Thermostatventil?

Nicht immer, aber oft ist es sinnvoll. Pflicht ist nach § 63 GModG (bisher GEG) eine selbsttätige raumweise Regelung, also in der Regel ein Thermostatventil. Alte Ventilunterteile ohne Voreinstellung eignen sich schlecht für den Abgleich. Ist die Anlage für den Tausch ohnehin entleert, lassen sich undichte oder festsitzende Ventile ohne Zusatzaufwand beim Entleeren mit erneuern.

Muss ich alle Heizkörper auf einmal tauschen?

Nein. Tauschen Sie nur, was undicht, zu klein oder im Weg ist. Mehrere Heizkörper in einem Termin sind je Stück meist günstiger, weil Anfahrt, Entleeren und Befüllen nur einmal anfallen. Vor einer Wärmepumpe rät der VdZ, zuerst die Räume mit dem höchsten Temperaturbedarf zu suchen. Schon der Austausch einzelner Heizkörper dort kann die nötige Vorlauftemperatur senken.

Quellen

  1. Kermi: Flachheizkörper Preisliste I/2025 (Preisbasis 01.01.2025, Preise und technische Informationen S. 11, 14–15, 46, 112, 120–121) (Stand: 2025-01)
  2. IMI Heimeier: Regulux Rücklaufverschraubung, Datenblatt 4200-01.483 ed.3 (Stand: 2019-04)
  3. Rothenberger: Bedienungsanleitung ROFROST TURBO (Rohreinfriergerät) (Stand: 2015-01)
  4. Purmo: Technische Spezifikation Kompaktheizkörper 1-2021 (Umrechnung der Wärmeleistung, S. 58–62) (Stand: 2021-01)
  5. Verbraucherzentrale: Wärmepumpe im Eigenheim – welche Voraussetzungen muss mein Haus erfüllen? (Stand: 2026-03)
  6. VdZ: Leitfaden Umsteigen auf die Wärmepumpe (Stand: 2026-09)
  7. co2online: Einrohrheizung (Stand: 2024-12)
  8. co2online: Hydraulischer Abgleich (Kosten) (Stand: 2026-03)
  9. BAFA: Heizungsoptimierung (BEG Einzelmaßnahmen) (Stand: 2026-09)
  10. KfW: Infoblatt förderfähige Maßnahmen BEG (11.0), Nr. 4.2.5 und 5.1 (Stand: 2026-09)
  11. KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen (458) (Stand: 2026-09)
  12. § 63 GModG (bisher GEG): Raumweise Regelung der Raumtemperatur (Stand: 2026-09)
  13. § 60c GModG (bisher GEG): Hydraulischer Abgleich (Stand: 2026-09)
  14. § 35a EStG: Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen (Stand: 2026-09)
  15. § 35c EStG: Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen (Stand: 2026-09)
  16. ESanMV Anlage 8: Optimierung bestehender Heizungsanlagen (Niedertemperaturheizkörper, hydraulischer Abgleich) (Stand: 2026-09)
  17. § 535 BGB: Inhalt und Hauptpflichten des Mietvertrags (Stand: 2026-09)

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