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Ratgeber Fußbodenheizung & Flächenheizung

Heizkreisverteiler: Aufbau, Arten, Lage und wann der Tausch nötig ist

Im Schrank im Flur sitzen zwei Balken, Schaugläser mit roten Kappen und weiße Stellantriebe. Hier lesen Sie, was jedes Teil tut, was Sie selbst ablesen dürfen und wann ein Tausch nötig ist.

Redaktion Heizungsbauer vor OrtMit KI erstelltStand: Oktober 202615 Min. Lesezeit

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Mann hockt im Flur eines Einfamilienhauses vor einem geöffneten weißen Verteilerschrank und prüft die weißen Stellantriebe am Heizkreisverteiler der Fußbodenheizung, oben Durchflussmesser mit roten Kappen, seitlich blaue Kugelhähne.
Symbolbild, KI-generiert
Kurz beantwortet

Ein Heizkreisverteiler verteilt das Heizwasser einer Fußbodenheizung über den Vorlaufbalken auf die Heizkreise der einzelnen Räume und sammelt es im Rücklaufbalken wieder ein. Je Kreis sitzen ein Ventil für den Stellantrieb der Einzelraumregelung und eine Einstellmöglichkeit für den hydraulischen Abgleich. Ablesen und bedienen dürfen Sie selbst. Einstellen, Reparatur und Tausch gehören laut Hersteller in die Hand des SHK-Fachbetriebs.

Ein Heizkreisverteiler sitzt bei fast jeder Fußbodenheizung mit Wasser als Wärmeträger, meist in einem Schrank im Flur, im Abstellraum oder im Keller. Wer ein Haus kauft oder einen kalten Raum hat, steht irgendwann davor und fragt sich, was die vielen Teile tun.

Was macht ein Heizkreisverteiler?

Ein Heizkreisverteiler ist die Schaltzentrale einer wassergeführten Fußbodenheizung. Er nimmt das warme Heizwasser vom Wärmeerzeuger auf und verteilt es über den Vorlaufbalken auf die Heizkreise, also die Rohrschleifen im Estrich der einzelnen Räume. Das abgekühlte Wasser fließt über den Rücklaufbalken zurück. Je Kreis lassen sich Wassermenge und Regelung getrennt einstellen (BDH).

Der Weg des Wassers sieht so aus: Kessel oder Wärmepumpe, Vorlauf (die Leitung mit dem warmen Wasser), Vorlaufbalken, Heizkreis im Raum, Rücklaufbalken, Rücklauf (die Leitung zurück zum Wärmeerzeuger). Jeder Raum hat eine eigene Rohrschleife, und die Schleifen sind unterschiedlich lang.

Ohne Verteiler ließe sich weder die Temperatur je Raum regeln noch die Wassermenge je Kreis abgleichen. Verteiler gibt es auch für Heizkörper, dazu mehr bei den Arten. Grundlagen zu Systemen, Einbau und Betrieb finden Sie im Themenbereich Fußbodenheizung & Flächenheizung.

Aufbau: Vorlauf, Rücklauf und alle Bauteile im Schema

Ein Heizkreisverteiler besteht aus zwei waagerechten Rohren, den Balken. Der Vorlaufbalken verteilt, der Rücklaufbalken sammelt. Von jedem Balken geht je Heizkreis ein Anschluss ab.

Beim Oventrop Multidis SF ist das ein G-¾-Außengewinde mit genormtem Eurokonus nach DIN EN 16313, daran wird das Rohr mit einer Klemmverschraubung befestigt. Vor beide Balken setzt der Fachbetrieb Kugelhähne, damit sich der Verteiler absperren lässt.

Die Tabelle zeigt den Aufbau als Schema, Teil für Teil, und wer an welches Teil darf. Grundlage sind das BDH-Informationsblatt 51 und die Oventrop-Anleitung. Der Hersteller schreibt dort: Montage, Inbetriebnahme, Störungsbehebung und Instandhaltung nur durch den SHK-Fachhandwerker, der Betreiber darf das Gerät nach Einweisung bedienen.

BauteilWo am VerteilerAufgabeWer darf ran
Vorlaufbalkenoben oder unten, je nach Herstellerverteilt das warme Wasser auf die KreiseSHK-Fachbetrieb
Rücklaufbalkender andere Balkensammelt das abgekühlte WasserSHK-Fachbetrieb
Durchflussmesser mit Einstellhaubeje Kreis, bei Oventrop im Vorlaufzeigt die Wassermenge in Litern pro Minute, dient zum Einstellen für den Abgleichablesen: Sie; verstellen: SHK-Fachbetrieb nach berechnetem Sollwert
Ventileinsatzje Kreis, bei Oventrop im Rücklauf, Gewinde M30 × 1,5öffnet und schließt den HeizkreisSHK-Fachbetrieb
Stellantriebauf dem Ventileinsatzöffnet das Ventil auf Signal des RaumreglersAnzeige ansehen: Sie; Tausch: SHK-Fachbetrieb
Kugelhähnean Vor- und Rücklauf vor den Balkensperren den ganzen Verteiler abSHK-Fachbetrieb
Füll- und Entleerhähnean beiden BalkenSpülen, Befüllen und Entleeren je KreisSHK-Fachbetrieb, Befüllen nur über Systemtrenner
Entlüfteran den Balkenlässt Luft aus dem VerteilerSHK-Fachbetrieb; ob Betreiber dürfen, steht in der Anleitung
Regelklemmleisteim Schrank über oder neben dem Verteilerverbindet Raumregler und Stellantriebe230-V-Anschluss: Elektrofachbetrieb (NAV § 13)

Ein Stellantrieb ist ein kleiner elektrischer Aufsatz, der das Ventil des Heizkreises öffnet oder schließt. Ein Durchflussmesser ist ein Schauglas, in dem ein Schwimmer die Wassermenge anzeigt. Wo Durchflussmesser und Ventile sitzen, ist herstellerabhängig. Bei Oventrop sitzen die Messer im Vorlauf und die Ventile im Rücklauf, andere Bauarten sind anders aufgebaut.

Heizkreisverteiler aus Edelstahl in einem offenen weißen Unterputzschrank: oben der Vorlaufbalken mit Durchflussmessern und roten Kappen, unten der Rücklaufbalken mit sechs weißen Stellantrieben, darunter Messing-Klemmverschraubungen mit weißen Heizkreisrohren, die nach unten führen.
Symbolbild, KI-generiert: Aufbau eines Heizkreisverteilers mit Vorlaufbalken und Durchflussmessern oben und Rücklaufbalken mit Stellantrieben unten, von dem die einzelnen Heizkreise abgehen.

Auch die Grenzwerte stehen im Datenblatt. Der Multidis SF ist zum Beispiel für höchstens 70 °C und 6 bar ausgelegt, seine Durchflussmesser zeigen 0 bis 5 l/min an (Oventrop). Laut BDH gehört außerdem eine Nummerierung der Heizkreise dazu, damit klar ist, welcher Kreis welchen Raum versorgt.

Verteiler tropft, ein Raum bleibt kalt oder die Schaugläser zeigen nichts? Ein Heizungsbauer aus Ihrer Nähe prüft Ventile, Stellantriebe und Abgleich.Kostenlos und unverbindlich, Rückmeldung in der Regel innerhalb von 24 Stunden

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Welche Arten von Heizkreisverteilern gibt es?

Heizkreisverteiler unterscheiden sich in fünf Punkten: Werkstoff, Einstellarmatur, Verwendung, Montage und Zahl der Kreise.

MerkmalVariantenWas das für Sie bedeutet
WerkstoffEdelstahl, Messing, faserverstärkter Kunststoff (Vaillant)keine pauschale Empfehlung; der Fachbetrieb wählt passend zu Anlage und Heizungswasser
Einstellarmatureinstellbarer Durchflussmesser, einstellbarer automatischer Durchflussregler, keine Einstellarmatur (ältere Anlagen)ohne Einstellarmatur ist kein nachvollziehbarer Abgleich möglich (BVF)
VerwendungFußbodenheizung, HeizkörperanbindungHeizkörperverteiler sind eigene Baureihen, z. B. Oventrop Multidis SH
MontageUnterputzschrank, AufputzschrankUnterputz braucht eine Wandnische, Aufputz nicht
Kreiszahl2 bis 12 Kreise je Verteiler (Beispiel Oventrop)mehr Räume, mehr Kreise oder ein zweiter Verteiler

Bei einer Fußbodenheizung ist der Heizkreisverteiler mit Durchflussmessern heute der übliche Fall. Ein automatischer Durchflussregler hält die eingestellte Menge selbsttätig, ein einfacher Durchflussmesser wird von Hand eingestellt. Der BVF nennt beide Bauarten als Voraussetzung für den Abgleich. Ältere Verteiler ohne solche Armaturen müssen laut BVF „gegebenenfalls“ ersetzt werden.

Für die Stellantriebe gibt es Ausführungen mit 230 V und mit 24 V. Die 24-V-Variante wird über einen Sicherheitstransformator versorgt (Möhlenhoff).

Heizkreisverteiler für Heizkörper

Auch Heizkörper lassen sich über einen Verteiler anschließen. Dann bekommt jeder Heizkörper eine eigene Leitung vom Verteiler, Fachleute nennen das Sternverteilung. Oventrop bietet dafür eine eigene Baureihe mit 2 bis 12 Kreisen an. Die Kunststoffrohre für diese Anbindungen regelt dieselbe Norm wie bei der Fußbodenheizung, die DIN 4726.

Der Vorteil: Jeder Heizkörper hängt an einer eigenen Leitung und lässt sich am Verteiler einzeln absperren. Dafür muss zu jedem Heizkörper eine neue Leitung verlegt werden, deshalb kommt das vor allem bei Neubau oder Kernsanierung in Frage. Ob sich das im Einzelfall lohnt, beurteilt der Fachbetrieb bei der Planung.

Wo sitzt der Verteiler und wie viele Heizkreise passen daran?

Für die Lage gelten nach dem Technischen Merkblatt von ZVSHK, BDH und BVF (November 2023) diese Regeln:

  • Möglichst zentral, damit die Anbindeleitungen zu den Räumen etwa gleich lang werden und kein Kreis die maximale Länge überschreitet.
  • Bei großen Grundrissen mehrere Verteiler statt eines einzigen mit sehr langen Leitungen (BDH).
  • Möglichst nicht im unbeheizten oder kühlen Raum, etwa in einem Flur oder einer Abstellkammer mit 15 °C. Dort geben Verteiler und Anbindeleitungen ungeregelt Wärme ab und können den Raum überwärmen.
  • Wenn es nicht anders geht: zweiter Verteiler, Verteiler unterhalb des Fußbodens, Anschluss durch die Wand, Rohre rückseitig ausfädeln oder die Anbindeleitungen dämmen.
  • Ungeregelte Wärme begrenzen: Der Anteil der durchlaufenden Leitungen an der Raumheizlast soll bei etwa 30 % liegen. Liegt er darüber, sollten die Anbindeleitungen je nach Raumnutzung gedämmt werden.
  • Gut zugänglich, meist in einem Verteilerschrank (Vaillant).

Wie viele Heizkreise pro Verteiler? Ein Heizkreisverteiler hat je nach Modell eine feste Zahl an Abgängen, beim Oventrop Multidis SF zum Beispiel 2 bis 12 Heizkreise. Reicht das nicht oder wird der Grundriss groß, plant der Fachbetrieb einen zweiten Verteiler. Mit jedem Kreis wird der Verteiler länger.

Beim Oventrop Multidis SF misst er mit 2 Kreisen 196 mm, mit 6 Kreisen 396 mm und mit 12 Kreisen 696 mm, je Kreis kommen 50 mm dazu. Ein Verteiler mit 8 Kreisen ist demnach 496 mm lang. Kugelhähne und ein Wärmemengenzähler verlängern ihn weiter.

Kleine Räume unter 6 m², etwa ein Gäste-WC, können einen eigenen Kreis bekommen, das Merkblatt hält das in bestimmten Fällen für empfehlenswert. Umgekehrt braucht ein Flur, der schon über die durchlaufenden Anbindeleitungen warm wird, aus heizungstechnischer Sicht keinen eigenen Kreis. Das Merkblatt empfiehlt, bei einer Heizlast bis 150 W in schriftlicher Absprache mit Auftraggeber, Architekt und Fachplaner darauf zu verzichten. Wer eine Fußbodenheizung nachrüsten will, plant den Standort des Verteilers am besten gleich zu Beginn mit.

Unterputz oder Aufputz: der Verteilerschrank

Der Verteilerschrank für die Fußbodenheizung schützt den Verteiler und die Klemmleiste. Ein Unterputz-Heizkreisverteiler sitzt in einer Wandnische und spart Platz im Raum. Ein Aufputzschrank hängt vor der Wand. Er passt, wenn keine Nische möglich ist, etwa bei einer Nachrüstung im Bestand oder im Keller.

Wie hoch ein Heizkreisverteiler samt Schrank ist, zeigen zwei Herstellerbeispiele:

Schrank (Beispiel)TiefeHöheBreite
Uponor Vario Verteilerschrank IW, Unterputz110 mm, mit Rahmen und Tür bis 150 mm730–930 mm, verstellbaru. a. 850, 1.000, 1.150 oder 1.300 mm
Oventrop Unterputzschrank Nr. 3115–180 mm760–885 mm900 mm

Die nötige Breite hängt von der Zahl der Kreise und vom Zubehör ab. Den Schrank wählt deshalb der Fachbetrieb passend zum Verteiler aus.

Einen Heizkreisverteiler zu verkleiden, ist möglich, aber nur mit Zugang. Ventile, Durchflussmesser, Entlüfter und Klemmleiste müssen jederzeit erreichbar bleiben. Eine fest verschraubte Platte oder ein zugestellter Schrank kostet beim nächsten Termin Zeit und damit Geld.

Durchfluss am Verteiler: ablesen ja, verstellen nach Plan

Die Schaugläser zeigen, wie viel Wasser durch jeden Kreis fließt, meist in Litern pro Minute. Welcher Wert richtig ist, ergibt sich aus Heizlast und Spreizung. Die Spreizung ist der Temperaturunterschied zwischen Vorlauf und Rücklauf in Kelvin. Der BVF nennt als Richtwert 8 K, im Bad 5 K.

Mehr aufdrehen ist kein Abgleich. Heizwasser nimmt immer den Weg des geringsten Widerstands. Ohne Abgleich werden kurze Kreise über- und lange Kreise unterversorgt (BVF). Wer einen kalten Kreis am Durchflussmesser ganz öffnet, nimmt den anderen Kreisen Wasser weg.

Den Heizkreisverteiler einstellen heißt deshalb: berechnete Sollwerte für alle Kreise, bei laufender Umwälzpumpe einstellen, kontrollieren und nachregulieren (Oventrop). Das ist Arbeit für den Fachbetrieb im Rahmen eines hydraulischen Abgleichs. Bei neuen Anlagen verlangt die VOB/C (DIN 18380) den Abgleich ohnehin (BDH).

Raum bleibt kalt oder Verteiler tropft: was Sie selbst prüfen können

Warum wird die Fußbodenheizung in einem Raum nicht warm? Typische Ursachen sind ein defekter oder nicht angesteuerter Stellantrieb, ein festsitzendes Ventil, Luft oder Schlamm im Kreis, ein fehlender Abgleich oder eine zu niedrige Vorlauftemperatur. Oft lässt sich das schon am Verteiler eingrenzen, ohne etwas zu öffnen oder zu verstellen. Gehen Sie diese Punkte der Reihe nach durch:

  • Raumregler: Steht er höher als die aktuelle Raumtemperatur, fordert also Wärme an?
  • Stellantrieb: Fährt die kleine Funktionsanzeige auf dem Antrieb dieses Kreises aus? Bei stromlos geschlossenen Antrieben (NC) zeigt sie damit an, dass das Ventil öffnet, bei stromlos offenen (NO) ist es umgekehrt. Warten Sie ca. 3–4 Minuten, so lange braucht der Antrieb (Möhlenhoff).
  • Durchflussmesser: Zeigt das Schauglas dieses Kreises Durchfluss an, oder steht der Schwimmer auf 0?
  • Alle Kreise schwach? Dann liegt die Ursache eher an Wärmeerzeuger, Pumpe, Mischer oder Heizkurve als am Verteiler.
  • Feuchte und Spuren: Gibt es Tropfen, weiße Kalkränder oder Rost an Verschraubungen, Ventilen oder Balken?
  • Anlagendruck: Liegt der Druck am Manometer der Heizung im Sollbereich laut Anleitung?

Steht der Durchflussmesser trotz Anforderung auf 0, kann das Ventil festsitzen. Das passiert, wenn es lange nicht bewegt wurde. Klemmleisten mit Ventilschutzfunktion steuern die Antriebe deshalb alle 14 Tage kurz an (Möhlenhoff).

Notieren Sie, was Sie gesehen haben, und geben Sie es an den Fachbetrieb weiter. Ventile, Antriebe und Durchflussmesser verstellen oder ausbauen Sie nicht selbst.

Heizkreisverteiler austauschen: Einzelteil oder ganzer Verteiler?

Meist reicht es, ein Einzelteil zu tauschen. Stellantriebe und Ventile sind laut BVF bewegliche Bauteile, die sich einfach und kostengünstig austauschen lassen. Der ganze Verteiler wird erst fällig, wenn der Körper selbst schadhaft ist oder die Anlage mehr können muss.

SymptomWahrscheinliche UrsacheWas meist reichtWann der ganze Verteiler
Ein Raum bleibt kalt, Funktionsanzeige fährt nicht ausStellantrieb defekt oder ohne SignalStellantrieb tauschen, Verdrahtung prüfennicht wegen dieses Fehlers
Antrieb arbeitet, Durchflussmesser bleibt auf 0Ventil sitzt fest, Luft oder Schlamm im KreisVentileinsatz gangbar machen oder tauschen, Kreis spülenwenn die Balken innen stark verschlammt oder korrodiert sind
Tropfen an einer VerschraubungDichtung oder Verschraubung undichtVerschraubung abdichtenwenn der Balken selbst undicht ist
Rost oder Korrosion am VerteilerkörperFeuchte von außen, etwa durch eine alte Undichtigkeit, oder Korrosion von innenUrsache suchen und behebenwenn der Verteilerkörper selbst angegriffen ist
Keine Durchflussmesser, kein Abgleich möglichalter Verteiler ohne Einstellarmatur–ja, Ersatz durch Verteiler mit Voreinstellarmaturen (BVF)
Schaugläser trüb, Anzeige unlesbarSchlamm im HeizungswasserSpülen, Heizungswasser nach VDI 2035, Schmutzfänger im Vorlauf; bei alten Kunststoffrohren ohne Sauerstoffsperre prüft der Fachbetrieb, ob eine Systemtrennung nötig istnur, wenn weitere Gründe aus dieser Tabelle dazukommen
Räume kommen dazu, Umstieg auf Wärmepumpezu wenige Abgänge oder keine passende Einstellung–wenn Kreise fehlen oder der neue Abgleich mit dem alten Verteiler nicht machbar ist

Der Tausch des ganzen Verteilers läuft beim Fachbetrieb grob so ab:

  • Anlage bzw. Verteiler absperren und entleeren
  • alten Verteiler aus- und neuen einbauen, Rohre mit passenden Verschraubungen anschließen
  • jeden Kreis einzeln spülen und befüllen, Wasser aus dem Trinkwassernetz nur über einen Systemtrenner
  • Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1264-4 mit Protokoll
  • hydraulischer Abgleich und Einweisung

Was kostet der Austausch?

Was es kostet, einen Heizkreisverteiler auszutauschen, hängt vor allem von der Zahl der Kreise, vom Zubehör und vom Aufwand für Entleeren, Spülen und Abgleich ab. Eine seriöse Pauschalsumme gibt es nicht, Summen im Netz haben keine belastbare Quelle. Diese Faktoren bestimmen den Preis:

  • Zahl der Kreise und Werkstoff (Edelstahl, Messing)
  • Durchflussmesser oder automatische Durchflussregler
  • Kugelhähne und Wärmemengenzähler
  • ob der vorhandene Schrank passt und die Anschlussmaße stimmen
  • Entleeren, Spülen, Befüllen nach VDI 2035
  • Dichtheitsprüfung und Abgleich
  • neue Stellantriebe und Klemmleiste, dazu ggf. der Elektrofachbetrieb

Die einzige belegte Zahl betrifft ein Einzelteil: Ein kabelgebundener Stellantrieb kostet laut co2online ab rund 10 €, teurere Ausführungen etwa 20 € je Stück. Das ist der reine Materialpreis ohne Einbau, Stand der Seite Juni 2024. Einen verlässlichen Preis nennt der Fachbetrieb nach einem Termin vor Ort. Was Verteiler und Anbindung beim Neubau einer Fußbodenheizung im Bestand kosten, steht bei den Kosten einer nachgerüsteten Fußbodenheizung.

Wie lange hält ein Heizkreisverteiler?

Die wasserführenden statischen Teile einer Fußbodenheizung halten laut Bundesverband Flächenheizungen bei bestimmungsgemäßem Betrieb und Wartung 50 Jahre und mehr. Eine eigene Zahl nur für den Verteiler gibt es nicht. Ventile und Stellantriebe sind von der BVF-Angabe ausgenommen, sie werden bei Bedarf getauscht. Oventrop empfiehlt, Dichtheit und Funktion des Verteilers bei der Heizungswartung regelmäßig zu prüfen.

Anschließen und Einzelraumregelung: was Pflicht ist

Wer einen Heizkreisverteiler anschließen lässt, hat mit drei Regelwerken zu tun: dem Gebäudemodernisierungsgesetz, dem Elektrorecht und dem Trinkwasserschutz. Stand der Rechtsangaben: Oktober 2026.

  • Raumweise Regelung: Nach § 63 Abs. 1 GModG (bisher GEG) braucht eine Heizung mit Wasser als Wärmeträger eine selbsttätig wirkende raumweise Regelung. Bei Fußbodenheizungen sind Räume unter 6 m² ausgenommen.
  • Nachrüstpflicht: Fehlt diese Ausstattung in einem bestehenden Gebäude, „muss der Eigentümer sie nachrüsten“ (§ 63 Abs. 3).
  • Ältere Fußbodenheizungen: Wurde sie vor dem 1. Februar 2002 eingebaut, reicht eine Einrichtung zur raumweisen Anpassung der Wärmeleistung, auch von Hand (§ 63 Abs. 4). Ob Ihre Anlage darunter fällt, klärt der Fachbetrieb oder ein Energieberater.
  • Elektrik: Stellantriebe laufen mit 230 V oder 24 V. Den festen 230-V-Anschluss von Klemmleiste, Pumpe und Reglern macht ein eingetragener Elektrofachbetrieb (NAV § 13).
  • Befüllen: Heizungswasser darf nicht ins Trinkwasser zurückfließen. Befüllt wird deshalb nur über einen Systemtrenner nach DIN EN 1717 (Resideo), das Heizungswasser richtet sich nach VDI 2035.
  • Temperaturgrenze: Zement- und Calciumsulfatestrich dürfen im Bereich der Heizrohre im Mittel höchstens 55 °C warm werden (DIN 18560-2). Ein Temperaturbegrenzer, der an der Klemmleiste angeschlossen ist, verhindert zu hohe Vorlauftemperaturen (Möhlenhoff).

Wann der Heizungsbauer ran sollte

Lassen Sie den Verteiler vom Heizungsbauer prüfen, wenn Sie eines dieser Zeichen sehen:

  • Wasser, Kalk- oder Rostspuren an Verschraubungen, Ventilen oder am Balken
  • ein Durchflussmesser bleibt bei Wärmeanforderung auf 0 oder ist zugesetzt und unlesbar
  • der Anlagendruck fällt immer wieder, siehe Heizung verliert Druck
  • einzelne Räume bleiben kalt, obwohl Raumregler und Stellantrieb arbeiten
  • ein alter Verteiler ohne Einstellmöglichkeit, ein Umstieg auf die Wärmepumpe oder zusätzliche Räume

Selbst dürfen Sie den Raumregler bedienen, die Funktionsanzeigen und Durchflussmesser ablesen und den Anlagendruck kontrollieren. Nur der Fachbetrieb entleert, spült und befüllt die Anlage, tauscht Ventile und Verteiler und macht den Abgleich. Den 230-V-Anschluss übernimmt der Elektrofachbetrieb.

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So sieht eine eingefräste Fußbodenheizung in echt aus

Kundenprojekte unserer Partnerbetriebe, fotografiert direkt auf der Baustelle: Die Fräse schneidet die Kanäle in den vorhandenen Estrich, das Rohr wird eingelegt, danach wird verschlossen. Der Boden muss dafür nicht raus.

Fräsmaschine schneidet Kanäle für die Fußbodenheizung in den Estrich eines Wohnraums mit großer Fensterfront1
Fräsen statt aufreißenDie Fräse schneidet die Heizkreise direkt in den vorhandenen Estrich. Der Boden bleibt liegen.
Eingefräste Fußbodenheizung: Heizrohr in Schneckenform im Estrich vor bodentiefen Fenstern2
Heizkreis in SchneckenformGleichmäßiger Abstand, damit der ganze Raum gleich warm wird.
Übersicht eines Wohnraums mit eingefräster Fußbodenheizung vor einer Fensterfront3
Der ganze Raum auf einen BlickEingefräst, Rohr verlegt, bereit zum Verschließen.
Eingefräste Fußbodenheizung im Flur bis zur Treppe4
Auch Flur und TreppenbereichDie Heizkreise laufen bis an die Treppe, kein kalter Durchgang mehr.
Wohnzimmer mit eingefräster Fußbodenheizung vor einer Eckfensterfront5
Wohnzimmer mit FensterfrontDie Heizkreise reichen bis direkt an die Fensterfront.
Zimmer mit Balkontür und eingefräster Fußbodenheizung6
Zimmer mit BalkontürDer Heizkreis reicht bis in jede Ecke des Zimmers.

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Häufige Fragen

Wann braucht man einen Heizkreisverteiler?

Bei jeder wassergeführten Fußbodenheizung mit mehreren Heizkreisen. Erst der Verteiler macht es möglich, jeden Raum getrennt zu regeln und die Wassermenge je Kreis abzugleichen. Bei Heizkörpern ist er dagegen eine Möglichkeit unter mehreren: Dann hat jeder Heizkörper eine eigene Leitung vom Verteiler (Sternverteilung), statt an einem gemeinsamen Strang zu hängen.

Warum bleibt die Fußbodenheizung kalt, obwohl der Durchflussmesser Durchfluss zeigt?

Dann liegt es selten am Ventil oder am Stellantrieb, denn das Wasser fließt ja. Typische Ursachen sind eine zu niedrige Vorlauftemperatur, eine zu flach eingestellte Heizkurve, ein Mischer, der nicht richtig arbeitet, oder ein fehlender Abgleich, bei dem ein langer Kreis zu wenig Wasser bekommt. Das klärt der Fachbetrieb an Wärmeerzeuger und Regelung.

Welchen Anschlussdurchmesser hat ein Heizkreisverteiler?

Das hängt vom Modell ab. Beim Oventrop Multidis SF hat der Hauptanschluss G 1, die Heizkreisabgänge haben G ¾ Außengewinde mit Eurokonus nach DIN EN 16313. Die Rohre werden mit passenden Klemmverschraubungen angeschlossen. Maßgeblich ist immer das Datenblatt des eingebauten Verteilers.

Kann man eine Fußbodenheizung an einen Heizkörperkreis anschließen?

Meist nicht direkt. Heizkörper laufen oft mit höheren Vorlauftemperaturen, als der Estrich verträgt. Zement- und Calciumsulfatestrich dürfen im Bereich der Heizrohre im Mittel höchstens 55 °C warm werden (DIN 18560-2). Deshalb braucht die Fußbodenheizung einen Mischer oder eine Regelstation und einen Temperaturbegrenzer. Das plant und baut der Fachbetrieb.

Muss der Heizkreisverteiler gewartet werden?

Ja, im Rahmen der Anlagenwartung. Oventrop empfiehlt, Dichtheit und Funktion des Verteilers dabei regelmäßig zu prüfen. Viele Klemmleisten haben außerdem eine Ventilschutzfunktion: Sie steuern die Stellantriebe alle 14 Tage für 10 Minuten an, damit die Ventile in Zeiten ohne Heizbedarf nicht festsitzen (Möhlenhoff).

Darf ich die Fußbodenheizung im Sommer abschalten?

Ja. Laut Bundesverband Flächenheizungen schadet der Stillstand der Anlage nicht. Der Verband empfiehlt, die Anlage einmal im Jahr 1 bis 2 Stunden durchlaufen zu lassen, um die Funktion zu prüfen.

Quellen

  1. BDH-Informationsblatt Nr. 51 Teil 1: Fußbodenheizung und -kühlung (Stand: 2023-06)
  2. Oventrop: Betriebsanleitung Multidis SF Edelstahl-Verteiler (140635280) (Stand: 2018-07)
  3. BVF: Überschlägiger hydraulischer Abgleich bestehender Fußbodenheizungskreise (Stand: 2019-10)
  4. ZVSHK/BDH/BVF: Technisches Merkblatt Lage des Verteilers und Verlegung von Anbindeleitungen bei Fußbodenheizungen (Stand: 2023-11)
  5. BVF: Häufige Fragen zur Flächenheizung (Lebensdauer, Sommerbetrieb) (Stand: 2026-09)
  6. Vaillant: Heiztechniklexikon Heizkreisverteiler (Stand: 2026-09)
  7. Möhlenhoff: Datenblatt Stellantrieb OEM Antrieb 5, 230 V (125806.1209) (Stand: 2026-09)
  8. Möhlenhoff: Datenblatt Anschlussleiste Alpha Basis direct (130644.1508) (Stand: 2026-09)
  9. co2online: Fußbodenheizung-Stellantrieb, Funktion und Kosten (Stand: 2024-06)
  10. Uponor: Produktdatenblatt Vario Verteilerschrank IW (1093494) (Stand: 2026-10)
  11. Oventrop: Verteilerschrank Unterputz Nr. 3, B 900 × H 760–885 × T 115–180 mm (1401153) (Stand: 2026-10)
  12. Baunormenlexikon: DIN 4726 (2024-12), Warmwasser-Flächenheizungen und Heizkörperanbindungen (Stand: 2026-10)
  13. § 63 GModG (bisher GEG): Raumweise Regelung der Raumtemperatur (Stand: 2026-09)
  14. § 13 NAV: Elektrische Anlage (Stand: 2026-09)
  15. Resideo: Heizung normgerecht befüllen und Heizungswasser aufbereiten (Stand: 2024-06)

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