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Ratgeber Störungen & Soforthilfe

Heizung verliert Druck: Ursachen finden und richtig reagieren

Der Zeiger am Manometer sinkt, die Heizung meldet Wassermangel? Aus dem Verlauf des Drucks lässt sich die Ursache meist schon eingrenzen, bevor der Heizungsbauer kommt.

Redaktion Heizungsbauer vor OrtMit KI erstelltStand: September 202616 Min. Lesezeit

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Heizung verliert Druck: Ein Mann zeigt im Heizungskeller auf das Manometer an den Anschlussrohren unter einer weißen Gas-Wandtherme. Darunter steht ein Ausdehnungsgefäß, rechts liegt ein Notizblock mit Stift auf einem Holzbrett.
Symbolbild, KI-generiert
Kurz beantwortet

Verliert die Heizung Druck, fehlt fast immer Wasser im System, oder das Ausdehnungsgefäß arbeitet nicht mehr richtig. Typische Ursachen sind Entlüften, ein Ausdehnungsgefäß mit zu wenig Vordruck (das Sicherheitsventil lässt dann beim Aufheizen Wasser ab) und undichte Stellen. Nachfüllen nur nach Einweisung durch den Fachbetrieb, kalt und über den vorhandenen Füllhahn. Wer öfter als einmal im Jahr nachfüllen muss, lässt die Ursache suchen.

Die Heizung verliert Druck, und das fällt meist zum Start der Heizperiode auf: Der Zeiger am Manometer, der runden Druckanzeige am Gerät oder an der Rohrleitung, steht tief, oder das Display meldet Wassermangel. Der Anlagendruck ist der Überdruck des Heizungswassers im geschlossenen Kreislauf, gemessen in bar. Er sorgt dafür, dass das Wasser auch den obersten Heizkörper füllt.

Ein sinkender Druck ist ein Symptom, keine Ursache. Andere Ausfälle und Fehlermeldungen finden Sie unter Störungen & Soforthilfe.

Warum verliert die Heizung Druck? 6 typische Ursachen

Eine Heizung verliert Druck, weil Wasser aus dem geschlossenen Kreislauf verschwindet oder weil das Ausdehnungsgefäß nicht mehr richtig arbeitet. Meist steckt eine dieser sechs Ursachen dahinter:

  1. Entlüften: Beim Entlüften der Heizkörper entweicht mit der Luft auch etwas Wasser, danach steht der Druck niedriger.
  2. Ausdehnungsgefäß: Hat es zu wenig Vordruck, eine defekte Membran oder ist es zu klein, kann es das warme, ausgedehnte Wasser nicht mehr aufnehmen.
  3. Sicherheitsventil: Steigt der Druck beim Aufheizen bis 3 bar, öffnet das Ventil und lässt Heizungswasser in den Abfluss, meist als Folge von Punkt 2.
  4. Sichtbares Leck: Wasser tritt an einem Heizkörper, einem Ventil oder einer Verschraubung aus.
  5. Verdecktes Leck: Ein Rohr in Wand oder Estrich ist undicht, oder der Wärmetauscher im Kessel lässt Wasser in den Brennraum tropfen.
  6. Alte Fußbodenheizung: Kunststoffrohre ohne Sauerstoffsperre lassen Wasserdampf nach außen und Sauerstoff nach innen durch (BDH-Informationsblatt Nr. 3).

Zwei Fälle sehen aus wie Druckverlust, sind aber keiner. Im Sommer steht die kalte Anlage niedriger als im Winter die warme. Und ein gealtertes Manometer kann einen zu niedrigen Druck anzeigen, obwohl nichts fehlt.

Ist Druckverlust normal? Wie stark der Druck schwanken darf

Warm steht der Druck in der Heizung höher als kalt, und das ist normal. Wasser dehnt sich beim Aufheizen von 10 auf 70 °C um 2,24 % aus (Reflex). Nicht normal ist, wenn der Druck im kalten Zustand Woche für Woche sinkt.

Einmal nachfüllen nach dem Entlüften ist in Ordnung. Beim Aufheizen darf der Druck nie bis an den Ansprechdruck des Sicherheitsventils steigen, bei den üblichen Ventilen in Einfamilienhäusern sind das 3 bar.

Wie stark der Druck in der Heizung schwanken darf, legt keine Norm als festen Wert fest. Es gibt aber zwei Anhaltspunkte.

Caleffi schreibt für die Inbetriebnahme, der Druckanstieg von kalt bis zur höchsten Heiztemperatur solle 2 bar nicht überschreiten, sonst sei das Ausdehnungsgefäß zu klein. Reflex rechnet den Enddruck, also den Druck bei höchster Temperatur, höchstens 0,5 bar unter dem Ansprechdruck des Sicherheitsventils. Bei einem 3-bar-Ventil sind das 2,5 bar.

Verliert die Heizung im Winter Druck, sieht man das deutlicher, weil sie oft und heiß läuft. Die Schwankung zwischen kalt und warm ist dann größer, und ein schwaches Ausdehnungsgefäß fällt jetzt erst auf. Nach Arbeiten an der Anlage, etwa wenn ein Heizkörper getauscht wurde, ist ein kleiner Druckabfall ebenfalls normal. Beim Befüllen gelangt Luft ins System (co2online), und beim Entlüften geht wieder etwas Wasser mit.

Sie müssen immer wieder Wasser nachfüllen? Ein Heizungsbauer aus Ihrer Nähe prüft Ausdehnungsgefäß, Sicherheitsventil und Dichtheit.Kostenlos und unverbindlich, Rückmeldung in der Regel innerhalb von 24 Stunden

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Diagnose: Was der Druckverlauf über die Ursache verrät

Lesen Sie den Druck zwei Wochen lang zweimal täglich ab: morgens kalt, abends nach dem Heizen. Wie sich der Wert bewegt, grenzt die Ursache stärker ein als jede einzelne Zahl. Die Tabelle zeigt die typischen Muster, wenn die Heizung Wasser verliert oder nur so aussieht.

Was Sie beobachtenWahrscheinliche UrsacheWas Sie selbst prüfen dürfenWann der Fachbetrieb
Kalt knapp über 1 bar, warm bis an 3 barAusdehnungsgefäß: Vordruck zu niedrig, Membran defekt oder Gefäß zu kleinDruck kalt und warm notierenimmer, das Gefäß prüft nur der Fachbetrieb
Nach dem Aufheizen fehlt kalt Wasser, nirgends eine PfützeSicherheitsventil öffnet beim Aufheizen, meist wegen des AusdehnungsgefäßesTrichter unter der Abblaseleitung nach dem Aufheizen ansehen: Feuchte, Kalkspurenimmer
Druck fällt gleichmäßig, auch wenn die Heizung aus istLeck an Verschraubung, Heizkörper, Rohr in Wand oder Estrich, oder am KesselwärmetauscherTropfspuren unter Verbindungen, feuchte Stellen, Wasser unter dem Kessel nach längerer Abschaltungsofort bei Feuchte in Wand, Decke oder Boden
Druck fällt direkt nach dem EntlüftenMit der Luft ist Wasser ausgetreten, das ist normaleinmal nachfüllen, nur nach Einweisungwenn es sich wiederholt
Ältere Fußbodenheizung, langsamer Verlust, Schlamm im WasserKunststoffrohre ohne Sauerstoffsperre (vor DIN 4726)nichts selbstzur Prüfung der Anlage, ggf. Systemtrennung per Wärmetauscher
Anzeige wirkt unplausibel, Heizung läuft normalManometer gealtertManometer und Display vergleichen, falls beides vorhandenNachmessen mit Prüfgerät
Im Sommer kalt niedriger als im Winter warmkein Verlust, Wasser dehnt sich warm auskalt ablesen und mit dem Sollwert vergleichennur, wenn der Druck kalt unter dem Sollwert liegt
Wasser tropft am Rohr des WarmwasserspeichersSicherheitsventil des Speichers (Trinkwasser), kein Heizungsdruckverlustprüfen, ob das Rohr vom Speicher kommtwenn es dauernd tropft

Notieren Sie die Werte in einem Druck-Tagebuch (Vorlage weiter unten). Damit erkennt der Heizungsbauer das Muster beim ersten Termin.

Heizung verliert Wasser ohne Leck: wohin es verschwindet

Ein typischer unsichtbarer Wasserweg führt über das Sicherheitsventil. Das Sicherheitsventil ist ein eigenes Bauteil am Wärmeerzeuger, das bei Einfamilienhaus-Anlagen in der Regel bei 3 bar öffnet (Buderus, Caleffi). Maßgeblich ist der Wert auf dem Ventil.

Kann das Ausdehnungsgefäß die Ausdehnung nicht mehr aufnehmen, steigt der Druck beim Aufheizen bis zu diesem Wert. Das Ventil öffnet, und das Wasser läuft über die Abblaseleitung in einen Trichter und von dort in den Abfluss.

Deshalb gibt es keine Pfütze. Der Selbstcheck ist einfach: Sehen Sie sich den Trichter kurz nach dem Aufheizen an. Feuchte, Tropfen oder weiße Kalkränder am Rand sind ein deutliches Zeichen.

Den Auslauf verschließen Sie nie, Buderus schreibt „keinesfalls verschließen“, Caleffi verlangt eine offene, beobachtbare Mündung.

Messing-Sicherheitsventil mit roter Kappe neben einer weißen Wandtherme, aus der kurzen Abblaseleitung tropft Wasser in einen weißen Ablauftrichter, links an der Wand das rote Ausdehnungsgefäß
Symbolbild, KI-generiert: Tropft das Sicherheitsventil beim Aufheizen in den Ablauftrichter, geht dem Heizkreis Wasser verloren, und der Druck sinkt nach und nach.

Weitere Wege ohne sichtbares Leck:

  • Kesselwärmetauscher: Ist er undicht, tropft Wasser in den Brennraum und verdampft beim Brennen. Eine Pfütze unter dem Gerät zeigt sich oft erst nach längerer Abschaltung.
  • Rohr in Wand oder Estrich: Das Wasser versickert im Bauteil. Fachleute orten das Leck mit Wärmebildkamera, Ultraschall oder Prüfgas. Das Leck liegt nicht immer dort, wo das Wasser aus dem Mauerwerk tritt.
  • Diffusionsoffene Fußbodenheizungsrohre: Wasser wandert als Dampf durch die Rohrwand nach außen, eine Menge nennt der BDH nicht.

Muss ein undichter Kessel ersetzt werden, setzt der Heizungsbauer Dichtmittel allenfalls als Übergang ein, bis Sie den alten Kessel ersetzen lassen.

Ausdehnungsgefäß und Sicherheitsventil: warum sie meist zusammenhängen

Ein Ausdehnungsgefäß ist ein Stahlbehälter mit einer Membran, hinter der ein Gaspolster sitzt. Den Druck dieses Gaspolsters bei wasserseitig leerem Gefäß nennen Fachleute Vordruck. Das Gefäß nimmt das Wasser auf, das sich beim Aufheizen ausdehnt, und gibt es beim Abkühlen zurück.

Dadurch hält es den Druck in zulässigen Grenzen. Außerdem hält es eine kleine Wasservorlage bereit, die geringe Verluste ausgleicht (Reflex).

Den Druck in der Heizung hält nicht die Umwälzpumpe. Laut Wilo-Pumpenfibel wird die Pumpe nur auf die Widerstände im Rohrnetz ausgelegt, die Gebäudehöhe spielt für sie keine Rolle. Das Wasser, das sie in den Vorlauf drückt, schiebt das Wasser im Rücklauf zum Kessel zurück. Für die stabile Druckhaltung ist das Ausdehnungsgefäß zuständig.

Ausdehnungsgefäß und Sicherheitsventil hängen in einer typischen Kette zusammen:

  1. Das Gaspolster im Ausdehnungsgefäß hat zu wenig Vordruck, oder die Membran ist defekt.
  2. Beim Aufheizen hat das ausgedehnte Wasser keinen Platz mehr, der Druck steigt stark.
  3. Bei 3 bar öffnet das Sicherheitsventil und lässt Wasser ab.
  4. Kühlt die Anlage ab, fehlt genau dieses Wasser, und der Druck steht zu tief.
  5. Wer jetzt nachfüllt, startet die Kette von vorn.

Das Gefäß prüft nur der Fachbetrieb. Er sperrt es ab, entleert es wasserseitig, misst den Gasvordruck und füllt bei Bedarf Stickstoff aus einer Druckflasche nach (Reflex M20).

Reflex nennt diese Kontrolle ausdrücklich als Teil der jährlichen Wartung, Viessmann ebenso die Funktionsprüfung des Sicherheitsventils. Beides gehört also in die jährliche Heizungswartung. Am Sicherheitsventil nehmen Sie selbst keine Veränderungen vor, das schreibt Vaillant in der Betriebsanleitung.

Wie viel Druck muss auf der Heizung sein? Rechenweg nach Gebäudehöhe

Hersteller nennen für Wandgeräte im Einfamilienhaus 1 bis 2 bar im kalten Zustand, bei mehreren Stockwerken kann mehr nötig sein. Als Faustformel nennt Viessmann: Höhe zwischen Wärmeerzeuger und höchstem Heizkörper in Metern × 0,1 bar plus 0,5 bar. Das ergibt den Fülldruck bei kalter Anlage. Bei den genannten Wandgeräten sollte er trotzdem nicht unter 1 bar liegen.

Einen Pauschalwert für alle Häuser gibt es nicht, keine Norm legt einen Fülldruck für Wohnhäuser fest. Der Fachbetrieb rechnet den Wert aus der Höhe der Anlage aus.

Die statische Höhe ist der Höhenunterschied zwischen dem Anschluss des Ausdehnungsgefäßes und dem höchsten Punkt der Anlage, meist dem obersten Heizkörper. Jeder Meter Wassersäule entspricht etwa 0,1 bar. Daraus ergibt sich der Rechenweg nach Reflex:

  • Vordruck des Ausdehnungsgefäßes = statische Höhe × 0,1 bar + 0,2 bar, mindestens 1 bar (Reflex-Empfehlung gegen Kavitation, also Dampfblasen an der Pumpe, auch bei Geräten im Dachgeschoss)
  • Fülldruck kalt = mindestens Vordruck + 0,3 bar, damit eine Wasservorlage im Gefäß bleibt
  • Gegenprobe mit der Faustformel aus dem Viessmann-Ratgeber: Höhe × 0,1 + 0,5 bar
Statische HöheBeispiel (angenommen, Geschosshöhen variieren)Vordruck AusdehnungsgefäßFülldruck kalt mindestensFaustformel Höhe × 0,1 + 0,5
ca. 1–3 mz. B. Gerät im Dachgeschoss1,0 bar (Mindestempfehlung)1,3 bar0,6–0,8 bar, hier gilt der Mindestwert
7 mz. B. 2 Stockwerke: Gerät im Keller, oberster Heizkörper im Obergeschoss0,9 bar, aufgerundet auf 1,0 bar1,3 bar1,2 bar
10 mz. B. 3 Stockwerke: Keller bis 2. Obergeschoss1,2 bar1,5 bar1,5 bar
13 mz. B. Keller bis ausgebautes Dachgeschoss über zwei Obergeschossen1,5 bar1,8 bar1,8 bar

Bei 13 m wird es eng. Mit einem 3-bar-Sicherheitsventil darf der Druck warm höchstens 2,5 bar erreichen. Zwischen 1,8 bar kalt und 2,5 bar warm bleiben 0,7 bar, und das Ausdehnungsgefäß muss dafür passend groß sein.

Herstellerwerte zum Vergleich: Vaillant ecoTEC plus und Buderus GB172i nennen 1 bis 2 bar kalt, Vaillant ausdrücklich mit dem Zusatz, dass bei mehreren Stockwerken ein höherer Fülldruck nötig sein kann. Viessmann verlangt beim Vitodens 200-W kalt mindestens 1,0 bar und 0,1 bis 0,2 bar über dem Vordruck des Gefäßes.

Was tun, wenn die Heizung Druck verliert? Schritt für Schritt

  1. Kalt ablesen und notieren. Lesen Sie den Druck morgens vor dem Heizen ab und vergleichen Sie ihn mit dem Sollwert aus Anleitung oder Markierung.
  2. Sichtcheck machen. Sehen Sie unter Heizkörpern, Ventilen und Verschraubungen nach, unter dem Kessel und am Trichter des Sicherheitsventils. Suchen Sie auch nach feuchten Stellen an Wand, Decke und Boden.
  3. In der Mietwohnung: Verwaltung informieren. Füllen Sie nicht ohne Absprache nach, sondern melden Sie den Druck und Ihre Beobachtungen.
  4. Nur nach Einweisung nachfüllen. Hat der Fachbetrieb Ihnen den Füllhahn gezeigt, füllen Sie bei kalter Anlage langsam bis zum Sollwert, nicht darüber. Buderus nennt als Grenze 40 °C Vorlauftemperatur, sonst drohen Spannungsrisse. Danach schließen Sie Wasserzufuhr und Füllhahn wieder (Vaillant-Anleitung), ein offener oder undichter Füllhahn treibt den Druck später nach oben.
  5. Entlüften und erneut prüfen. Nach dem Füllen alle Heizkörper entlüften und den Druck noch einmal kontrollieren, so steht es in der Vaillant-Anleitung.
  6. Verlauf beobachten. Fällt der Druck in den nächsten Tagen oder Wochen wieder, lassen Sie die Ursache vom Fachbetrieb suchen.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Schlauch am Wasserhahn finden Sie hier bewusst nicht. Heizungswasser darf nicht ins Trinkwasser zurückfließen. Der Anschluss ans Trinkwassernetz braucht deshalb einen Systemtrenner nach DIN EN 1717, und den setzt der Fachbetrieb.

Druck-Tagebuch: Diese Werte braucht der Heizungsbauer

Schreiben Sie die Werte in ein Heft oder kopieren Sie die Tabelle. Aus kalt und warm liest der Fachbetrieb ab, ob eher das Ausdehnungsgefäß oder ein Leck dahintersteckt. Die Nachfüllmengen braucht er außerdem für die Wasserwerte nach VDI 2035, die er bei der Wartung im Anlagenbuch festhält (Reflex M51).

DatumDruck kalt (bar)Druck warm (bar)Nachgefüllt?Auffälligkeit
Beispiel: 06.10.1,12,8neinTrichter feucht, Kalkrand
………ja/neinz. B. Meldung am Display, Pfütze, Geräusche

Wie oft darf man Wasser nachfüllen?

Nachfüllen sollte die Ausnahme sein. co2online rät: Fehlt mehr als einmal im Jahr Heizungswasser, sollte eine Fachkraft die Ursache suchen und beheben. Einen Normwert gibt es nicht.

Nachfüllen ersetzt nur das verlorene Wasser, es repariert nichts. Jede Füllung bringt frischen Sauerstoff ins System, und der fördert Korrosion (BDH).

Ungeeignetes Leitungswasser schädigt laut Vaillant-Anleitung außerdem Dichtungen und Membranen und verstopft wasserdurchströmte Bauteile. Ob Ihr Leitungswasser passt, beurteilt der Fachbetrieb nach VDI 2035 und den Vorgaben des Herstellers. co2online rät in seinem Ratgeber zu Heizungsproblemen deshalb sogar, gar nicht selbst nachzufüllen, weil das Wasser passend zur Anlage aufbereitet sein muss. Merken Sie sich deshalb, wann und ungefähr wie viel Sie nachgefüllt haben.

Verliert die Heizung Wasser in der Größenordnung von einem Liter am Tag, ist das kein normaler Verlust mehr. Dahinter steckt in aller Regel ein Leck oder ein Sicherheitsventil, das regelmäßig abbläst. Das gehört in die Hände des Fachbetriebs, nicht in die Nachfüll-Routine.

Ist zu wenig Druck in der Heizung gefährlich?

Für Menschen ist zu wenig Druck in der Heizung nicht gefährlich, keine der ausgewerteten Hersteller- und Verbandsquellen nennt eine solche Gefahr. Die Folgen treffen die Anlage und das Haus. Das Gerät schaltet ab, obere Heizkörper bleiben kalt, und über längere Zeit leiden die Bauteile. Gefährlich für das Gebäude wird es bei einem Leck oder bei Frost.

  • Abschaltung: Die Vaillant ecoTEC plus fordert unter 0,8 bar zum Befüllen auf und schaltet unter 0,5 bar ab (Meldung F.22). Die Buderus GB172i ist unter 0,3 bar blockiert.
  • Kalte obere Heizkörper: Laut Vaillant erreicht die Wärme dann entfernte Heizkörper und solche in oberen Stockwerken nur schwer.
  • Korrosion und Pumpe: Reflex nennt als Zweck des Mindestdrucks, Unterdruck, Kavitation und Verdampfung zu vermeiden. Unterdruck kann Luft ins System ziehen, der Sauerstoff greift Stahlteile an (BDH).
  • Frost und Wasserschaden: Fällt die Heizung im Winter länger aus, können Leitungen einfrieren. Ein Leck in Wand oder Estrich richtet mit der Zeit Schaden am Bauwerk an.

Druck in der Heizung zu hoch: was das bedeutet

Warm etwas höher als kalt ist normal, wie oben beschrieben. Erreicht der Druck beim Aufheizen 3 bar, öffnet das Sicherheitsventil, das ist meist ein Zeichen für ein schwaches Ausdehnungsgefäß. Ist der Druck schon kalt zu hoch, gibt es dafür eine Ursache: Die Anlage wurde überfüllt, der Füllhahn ist undicht, oder ein Wärmetauscher im Warmwasserspeicher lässt Wasser in den Heizkreis. Letzteres ist möglich, prüfen kann es nur der Fachbetrieb.

Lassen Sie den Druck nicht selbst über den Entleerungshahn oder das Entlüftungsventil am Heizkörper ab. Dabei behandeln Sie das Symptom, und die Ursache bleibt.

Wann der Heizungsbauer ran sollte

Rufen Sie einen Heizungsbauer, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

  • Sie müssen öfter als einmal im Jahr Wasser nachfüllen.
  • Der Druck steigt beim Aufheizen bis an 3 bar, oder am Trichter der Abblaseleitung ist es feucht.
  • An Wand, Decke oder Boden zeigen sich feuchte Stellen, oder unter dem Kessel steht Wasser.
  • Die Heizung schaltet wegen Wassermangel ab oder meldet einen Druckfehler, auch nach dem Nachfüllen.
  • Der Druck ist schon im kalten Zustand zu hoch.

Selbst dürfen Sie den Druck ablesen, Heizkörper entlüften, sichtbare Stellen und den Trichter ansehen und nach Einweisung über den vorhandenen Füllhahn nachfüllen. Nur der Fachbetrieb misst und stellt den Vordruck des Ausdehnungsgefäßes ein, prüft und tauscht das Sicherheitsventil, ortet Lecks, befüllt ohne vorhandene Fülleinrichtung, bereitet das Heizungswasser auf und öffnet das Gerät.

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Mietwohnung und Wasserschaden: wen Sie informieren

Als Mieter informieren Sie die Hausverwaltung oder den Vermieter, wenn der Druck zu niedrig ist. Das empfehlen ADAC und Verbraucherzentrale, die Verbraucherzentrale ausdrücklich für das Nachfüllen im Mehrfamilienhaus.

Rechtlich müssen Sie einen Mangel, der während der Mietzeit auftritt, dem Vermieter „unverzüglich anzuzeigen“ (§ 536c Abs. 1 BGB). Melden Sie auch feuchte Stellen sofort, schriftlich und mit Fotos. Nachfüllen ohne Absprache ist nicht Ihre Aufgabe.

Als Eigentümer denken Sie bei Feuchte in Wand oder Boden früh an die Wohngebäudeversicherung. In den Musterbedingungen des Versicherungsverbands GDV (VGB 2022) zählt Wasser, das bestimmungswidrig aus Heizungsanlagen austritt, als Leitungswasser. Frostbedingte und sonstige Bruchschäden an Heizungsrohren sind dort ebenfalls genannt. Die Kosten der Leckortung stehen in diesem Abschnitt der Musterbedingungen nicht.

Was kostet es, die Ursache beheben zu lassen?

Seriöse Festpreise gibt es dafür nicht, weil die Ursache den Aufwand bestimmt. Für das bloße Nachfüllen durch den Fachbetrieb nannte der Energieversorger EWE 2021 „in der Regel zwischen 50 und 100 Euro“. Das ist eine ältere Anbieterangabe und heute nur ein grober Anhaltspunkt.

Alles Weitere kalkuliert der Betrieb nach Angebot. Diese Faktoren treiben die Kosten:

  • Größe und Lage des Ausdehnungsgefäßes (im Gerät oder extern an der Wand)
  • Entleeren und Befüllen der Anlage, wenn Bauteile getauscht werden
  • Wasseraufbereitung nach VDI 2035
  • Leckortung mit Messgeräten
  • Öffnen und Schließen von Wand oder Boden

Günstiger kommen Sie, wenn Vordruck und Sicherheitsventil ohnehin bei der Wartung geprüft werden.

Häufige Fehler bei Druckverlust

  • Nachfüllen statt Ursache suchen: Wer jeden Monat nachfüllt, bringt immer neuen Sauerstoff ins System.
  • Warm nachfüllen: Kaltes Wasser in einen heißen Wärmetauscher kann Spannungsrisse auslösen (Buderus).
  • Über den Sollwert füllen: Warm öffnet dann das Sicherheitsventil, und das Wasser ist wieder weg.
  • Die Abblaseleitung verschließen, weil es dort tropft. Das Ventil muss frei abblasen können.
  • Dichtmittel selbst einfüllen: Es kann Bauteile schädigen und verdeckt die Ursache.
  • Druck selbst ablassen, statt nach dem Grund für zu hohen Druck zu fragen.
  • Das Speicher-Sicherheitsventil für die Ursache halten: Dort tropft Trinkwasser, der Heizungsdruck ändert sich dadurch nicht.

Häufige Fragen

Verliert die Heizung im Sommer Druck?

Meist nur scheinbar. Im Sommer steht die Anlage kalt, und kaltes Wasser nimmt weniger Raum ein als warmes. Deshalb zeigt das Manometer weniger an als im Winter bei laufender Heizung. Das ist kein Wasserverlust, solange der Druck im kalten Zustand im Sollbereich laut Anleitung oder Markierung bleibt.

Kann ein kaputtes Manometer Druckverlust vortäuschen?

Ja. Ein gealtertes Manometer kann einen zu niedrigen Druck anzeigen, obwohl der Anlage kein Wasser fehlt. Hat Ihr Gerät zusätzlich eine Druckanzeige im Display, vergleichen Sie beide Werte. Weichen sie deutlich voneinander ab, misst der Fachbetrieb mit einem Prüfgerät nach und tauscht das Manometer bei Bedarf.

Darf ich als Mieter selbst Wasser in die Heizung nachfüllen?

Nur nach Absprache mit der Hausverwaltung oder dem Vermieter. Die Anlage gehört Ihnen nicht, und im Mehrfamilienhaus hängen oft mehrere Wohnungen daran. Melden Sie den niedrigen Druck und notieren Sie die Werte. Ihre Pflicht ist, den Mangel unverzüglich anzuzeigen (§ 536c BGB), die Fehlersuche übernimmt der Fachbetrieb im Auftrag des Vermieters.

Warum tropft Wasser aus dem Rohr am Warmwasserspeicher?

Das ist meist das Sicherheitsventil des Warmwasserspeichers. Laut Buderus-Anleitung kann dort während der Aufheizung Wasser austreten. Es ist Trinkwasser, kein Heizungswasser, und senkt den Heizungsdruck nicht. Tropft es dauerhaft, auch ohne Aufheizen, sollte der Fachbetrieb das Ventil prüfen.

Verliert eine Wärmepumpe auch Druck?

Ja. Auch der Heizkreis einer Wärmepumpe ist ein geschlossenes System mit Ausdehnungsgefäß und Sicherheitsventil, die Ursachen sind dieselben. Die Sollwerte stehen in der Anleitung der Wärmepumpe. Bei Geräten mit Propan, einem brennbaren Kältemittel, gilt: Kommt am Entlüfter auffällig viel Gas oder zeigen sich Blasen im Heizkreis, nicht weiter entlüften und den Fachbetrieb rufen, weil Kältemittel in den Heizkreis gelangt sein kann (BWP).

Hilft Dichtmittel gegen Druckverlust?

Füllen Sie kein Dichtmittel selbst ein. Vaillant warnt in der Betriebsanleitung vor Sachschäden durch mit Chemikalien versetztes Heizwasser. Ein chemisches Kesseldichtmittel setzt der Heizungsbauer allenfalls als Übergangslösung ein, etwa bis ein undichter alter Kessel ersetzt wird. Die eigentliche Ursache beseitigt es nicht.

Quellen

  1. Reflex: Druckhalte-, Entgasungs-, Nachspeise- und Wärmeübertragersysteme – Planen, Berechnen, Ausrüsten (RE1953de/9128882) (Stand: 2019-11)
  2. Reflex: Expertenkarte M20/M21 Membran-Druckausdehnungsgefäße (RE2233de/9126897) (Stand: 2022-08)
  3. Reflex: Expertenkarte M50/M51 zur VDI 2035 Blatt 1 (RE2228deB/9140268) (Stand: 2024-11)
  4. Wilo: Pumpenfibel (Grundlagen der Pumpentechnik) (Stand: 2009-09)
  5. Viessmann: Bei der Heizung Wasser nachfüllen (Ratgeber, Faustformel Systemdruck) (Stand: 2026-09)
  6. Vaillant: Betriebsanleitung ecoTEC plus VC/VCW/VCI 146–316/5-5 (0020216809_00) (Stand: 2026-09)
  7. Buderus: Bedienungsanleitung Logamax plus GB172i T210SR (6721831208) (Stand: 2023-02)
  8. Viessmann: Serviceanleitung Vitodens 200-W (5681 812) (Stand: 2009-10)
  9. Caleffi: Kessel-Sicherheitsgruppe und Membran-Sicherheitsventile Serie 530 (38443) (Stand: 2016)
  10. BDH-Informationsblatt Nr. 3: Korrosionsschäden durch Sauerstoff im Heizungswasser (Stand: 2011-03)
  11. co2online: Heizungswasser und Entgasung (Stand: 2019-12)
  12. co2online: Die häufigsten Heizungsprobleme und ihre Lösungen (Stand: 2026-08)
  13. ADAC: Heizung entlüften (Stand: 2026-09)
  14. Verbraucherzentrale: Heizung – 10 einfache Tipps zum Heizkosten sparen (Stand: 2026-09)
  15. dein-heizungsbauer.de: Heizung verliert Wasser (Stand: 2026-09)
  16. EWE: Heizung verliert Druck (Anbieter-Ratgeber, Kosten Nachfüllen) (Stand: 2021-11)
  17. § 536c BGB: Während der Mietzeit auftretende Mängel; Mängelanzeige durch den Mieter (Stand: 2026-09)
  18. GDV: Allgemeine Wohngebäude Versicherungsbedingungen (VGB 2022 – Wohnflächenmodell), unverbindliche Musterbedingungen (Stand: 2026-06)
  19. Bundesverband Wärmepumpe: Leitfaden Kältemittel (Stand: 2024-02)

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